Hessentag 2015 – Der geliebte Apfelsaft und Apfelwein – So wird er hergestellt

Wohl dem von Ihnen, der einen Apfelbaum sein eigen nennen kann. „An apple a day, keeps the doctor away“ sagen sich die Engländer hinsichtlich des Vitamingehaltes von Äpfeln. Die Möglichkeiten zur Verarbeitung, die diese nicht nur in Deutschland wohl klassischste Frucht bietet, sind mannigfaltig. Neben der Herstellung von Mahlzeiten oder Leckereien wie z. B. Apfelmus, gebackenem Apfel oder Apfelkuchen, bietet sich bei einer reichhaltigen Ernte auch eine Weiterverarbeitung zu Apfelsaft und sogar Apfelwein an. Wer dies selbst ausprobieren möchte, kann dies zu Hause mit vertretbarem Aufwand realisieren.

Apfelsaft aus eigener Herstellung mit Presse oder Entsafter

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Diejenigen von Ihnen, die einen Entsafter besitzen, sind natürlich an dieser Stelle fein raus. Für alle anderen ergibt sich ein geringfügig höherer Aufwand.

Für die Herstellung von einem Liter Apfelsaft benötigen Sie:
– ca. zwei kg Äpfel,
– 1 Liter Wasser,
– Zitronensaft (am besten natürlich frisch gepresst),
– Zucker (kann auch durch Honig ersetzt werden)
– eine halbe Packung Einmachhilfe zur Vermeidung von Schimmel u. ä..

An Küchenutensilien werden benötigt:
– zwei Kochtöpfe,
– ein Sieb,
– ein Geschirrtuch,
– saubere ausgekochte Flaschen.

Zuerst werden die Äpfel gewaschen, entkernt, von schlechten Stellen befreit und in mittelgroße Stücke geschnitten. Anschließend die Apfelstücke in einen Topf geben und mit dem Wasser so auffüllen, dass die Äpfel gerade so mit Wasser bedeckt sind. Kochen Sie die Äpfel nun bei mittlere Hitze ungefähr 20 Minuten bzw. solange, bis die Apfelstücken weich sind. Legen Sie nun das Geschirrtuch in das Sieb (sozusagen als Sieb im Sieb) und hängen das Sieb in den zweiten Topf.

 

Schütten Sie nun die gekochten Apfelstücke in diese Siebkonstruktion und wringen im Anschluss die im Tuch befindlichen Apfelstücke gründlich aus. Schmecken Sie den Saft mit dem Süßungsmittel Ihrer Wahl und dem Zitronensaft ab und kochen ihn hiernach weitere 15 bis 20 Minuten. Sollte sich dabei Schaum auf dem Saft bilden, schöpfen Sie diesen mit einer Kelle ab. Ganz zum Schluss geben Sie noch die Einmachhilfe dazu, rühren alles um und füllen den Saft in die ausgekochten Flaschen. Die gut verschlossenen Flaschen sollten Sie an einem kühlen und dunklen Ort aufbewahren um eine lange Haltbarkeit über mehrere Monate zu gewährleisten.

Der Weg zum Apfelwein

 

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Für die Herstellung von dem hessischen Traditionsgetränk Apfelwein sind die ersten Schritte identisch zur Saftherstellung, d. h. Sie kochen die Äpfel erst einmal weich und pressen den Saft mithilfe des Tuches in den Topf. Zu beachten ist jedoch, dass für einen ausgewogenen Geschmack des Apfelweins verschiedene Apfelsorten gemischt werden sollten. Andernfalls schmeckt der Wein womöglich zu einseitig. Hier ist etwas experimentieren angesagt, bis Sie den für Sie gewünschten Geschmack gefunden haben. Wiederholen Sie den Vorgang der Saftherstellung solange, bis Sie ca. 8-9 Liter Apfelsaft erhalten haben.

Für die weitere Herstellung von Apfelwein benötigen Sie:
– einen Glasbehälter (mindestens 10 Liter Inhalt)
– Schwefelstäbchen oder -pulver
– auf den Glasbehälter passender Gummiverschluss mit Rundöffnung
– Kunststoffsiphon passend für die Rundöffnung im Gummiverschluss
– Kunststoffschlauch in ausreichender Länge
– ca. 1 kg Zucker
Den erhaltenen Saft gießen Sie nun mit einem Trichter in den vorher mit dem Schwefelstäbchen gereinigten Glasbehälter. Es sollten stets ca. 10% Volumen des Behälters frei bleiben, um einen jederzeit ausreichenden Gärprozess zu ermöglichen. Verschließen Sie im Anschluss den Behälter mit dem Gummiverschluss, füllen den Siphon mit etwas Wasser und stecken ihn in die Öffnung im Gummiverschluss. Jetzt heißt es vorerst warten.

Nach wenigen Tagen setzt der Gärprozess ein. Sie erkennen dies durch das stete Blubbern des Wassers im Siphon. Nach wenigen Wochen verlangsamt sich der Gärprozess und der Wein wird mit dem Kunststoffschlauch aus dem Behälter in ein anderes sorgsam gereinigtes Gefäß verbracht. Hiernach reinigen Sie den Glasbehälter, insbesondere den darin befindlichen Bodensatz, gründlich mit Wasser. Im Anschluss füllen Sie den Wein wieder mit dem Trichter in den Behälter, verschließen diesen und warten erneut. Wenn sich der Gärprozess wiederum verlangsamt, geben Sie dem Wein pro Woche ungefähr 200g Zucker hinzu. Dies steigert den Alkoholgehalt. Ist der gesamte Zucker zugegeben, müssen Sie abschmecken und entscheiden, ob Sie weiteren Zucker zusetzen wollen. Andernfalls füllen Sie den Wein erneut mit dem Kunststoffschlauch in einen anderes sauberes Gefäß und füllen Ihn anschließend in die einzelnen vorher abgekochten Flaschen. Der Wein ist nun fertig und kann getrunken werden.

 

Weitere Quellen:

Infos zur Kelterung auf Apfelwein.de